Wie wählt man seinen Reithelm aus? Der vollständige Leitfaden
Die Wahl des Reithelms ist kein gewöhnlicher Kauf: Es geht um Ihren Schutz bei jedem Schritt. Bei Sellerie Bucéphale beraten wir täglich Reiter aller Niveaus, vom Ponyclub bis zum Turnier, und wissen, dass ein guter Helm drei Eigenschaften vereint: Er schützt, passt perfekt und macht Lust, ihn zu tragen. In diesem Leitfaden teilen wir unsere Methode, wie Sie die richtige Wahl treffen, Ihren Kopfumfang korrekt messen, Normen und Technologien verstehen sowie die Unterschiede zwischen Modellen und Disziplinen erkennen. Zum Schluss stellen wir eine Auswahl an Helmen vor, die wir im Geschäft und online anbieten.
Sicherheit zuerst
Ein Reithelm hat eine einzige grundlegende Aufgabe: die Energie eines Aufpralls zu absorbieren, um Ihren Schädel zu schützen. Vor allen Überlegungen zu Stil oder Preis sollten Sie sicherstellen, dass der Helm den geltenden Sicherheitsnormen entspricht. Schauen Sie auf das innen eingenähte Etikett der Helmschale: Es zeigt die Kennzeichnung und die oder den Referenzstandard, nach dem der Helm zertifiziert wurde.
Normen und Kennzeichnung verstehen
In Europa ist ein Reithelm eine persönliche Schutzausrüstung (PSA). Daher muss er die CE-Kennzeichnung gemäß der Verordnung (EU) 2016/425 für PSA tragen. Diese Kennzeichnung bestätigt, dass der Hersteller die gesetzlichen Anforderungen erfüllt; sie basiert auf einer Prüfnorm. Heute werden zwei europäische Referenzstandards häufig auf den Etiketten genannt:
- VG1 (VG1 01.040 2014-12): Prüfstandard, der nach dem Rückzug der alten EN 1384 im Jahr 2014 als Referenz diente und bei in Europa verkauften Reithelmen weit verbreitet ist.
- EN 1384:2023: Die europäische Norm EN 1384, die 2014 zurückgezogen wurde, wurde 2023 überarbeitet und neu veröffentlicht. Sie ist somit wieder als aktueller Prüfstandard verfügbar.
Achtung: Ein einfacher Vermerk „EN 1384“ ohne Jahresangabe ist allein nicht mehr aussagekräftig, da die alte Version 2014 zurückgezogen wurde. Suchen Sie nach der Version 2023, der VG1 oder einem anerkannten ausländischen Standard. Bei importierten oder Wettkampfhelmen begegnen Ihnen zudem Normen außerhalb der Europäischen Union, die üblich und streng sind:
- PAS 015 (britischer Standard);
- ASTM F1163 (amerikanischer Standard);
- Snell E2016 (unabhängige amerikanische Zertifizierung, eine der strengsten).
Ein Helm kann mehrere dieser Standards gleichzeitig erfüllen. Die von uns vertriebenen Helme sind ausgewählt, um den geltenden Anforderungen zu entsprechen; wir bleiben jedoch sachlich: Die genaue Zertifizierung steht auf dem Etikett und in der Anleitung jedes Modells. Bei Zweifeln zu einem bestimmten Modell fragen Sie uns, wir bestätigen Ihnen die Herstellerinformationen.
Das Gurtzeug, der Kinnriemen und die richtige Einstellung
Ein Helm schützt nur, wenn er beim Aufprall an Ort und Stelle bleibt. Dafür sorgt das Gurtzeug, idealerweise mit 3 Punkten (die Riemen treffen sich beidseitig der Ohren und unter dem Kinn), das verhindert, dass der Helm kippt oder nach vorne rutscht. Die Einstellung des Kinnriemens ist entscheidend: Nach dem Schließen sollten Sie ein bis zwei Finger zwischen Riemen und Kinn schieben können – weder zu locker (der Helm würde verrutschen), noch zu eng (unangenehm). Ein korrekt angepasster und geschlossener Gurt ist übrigens bei FFE-Wettkämpfen vorgeschrieben.
Die Anti-Rotations-Technologie (MIPS und Äquivalente)
Einige Helme verfügen über ein Anti-Rotations-System, das bekannteste ist MIPS (eine dünne innere Schale, die sich leicht verschiebt). Ziel ist es, die Rotationskräfte, die bei schrägen Aufprallen auf das Gehirn übertragen werden, zu reduzieren – diese sind bei einem Sturz am häufigsten (man fällt selten perfekt senkrecht). Das ist ein interessantes Plus, aber kein Ersatz für einen normgerechten, gut sitzenden und richtig eingestellten Helm: Die Passform bleibt die Grundlage des Schutzes.
Unverzichtbare Reflexe
- Ein Helm sollte nach jedem starken Schlag auf den Kopf ersetzt werden (Sturz mit Aufprall), auch wenn keine Risse sichtbar sind. Die absorbierenden Materialien verformen sich nur einmal: Nach einem Schlag ist der Schutz nicht mehr gewährleistet.
- Ein Helm hat eine begrenzte Lebensdauer, auch ohne Stoß: Hersteller empfehlen in der Regel, ihn etwa 3 bis 5 Jahre nach Herstellungsdatum (oft innen in der Schale eingraviert) zu ersetzen. Beachten Sie immer die Anleitung des Modells.
- Kaufen Sie niemals einen gebrauchten Helm: Sie kennen seine Geschichte und mögliche Stöße nicht.
- Tragen Sie ihn immer, mit geschlossenem Gurtsystem und eingestelltem Kinnriemen, sobald Sie im Sattel sitzen oder in der Nähe des Pferdes sind.
Die Sicherheit hängt nicht vom Preis ab: Ein konformer und gut sitzender Einsteigerhelm schützt. Das Budget beeinflusst vor allem Komfort, Belüftung, Verarbeitung, Technologien (Anti-Rotation, Verstellsysteme) und Stil.
Kopfumfang richtig messen
Ein Helm schützt wirklich nur, wenn er die richtige Größe hat. Um Ihren Kopfumfang zu messen, legen Sie ein flexibles Maßband um Ihren Schädel, etwa einen Zentimeter über den Augenbrauen und Ohren, an der breitesten Stelle. Notieren Sie die Maße in Zentimetern: Das ist Ihr Ausgangspunkt.
Ein gut sitzender Helm:
- bleibt an Ort und Stelle, wenn Sie den Kopf schütteln, noch bevor Sie den Kinnriemen schließen;
- verursacht keine schmerzhaften Druckstellen oder rote Abdrücke;
- lässt keinen Raum, um mehrere Finger einzuschieben.
Jede Marke hat ihre eigenen Größenangaben und manchmal mehrere Schalenformen (rund, oval, schmal). Um Ihre Form zu bestimmen, schauen Sie auf Ihren Schädel von oben (ein Foto von oben hilft): Eine eher kreisförmige Kontur entspricht einer runden Form, eine längliche Kontur von vorne nach hinten einer ovalen Form. Eine Schale, die zu Ihrer Form passt, schmiegt sich an den Kopf ohne Druckstellen auf Stirn oder Seiten. Wir stellen Ihnen die Größentabellen der Hersteller zur Verfügung, um Ihre Wahl zu verfeinern:
Bei Unsicherheit zwischen zwei Größen oder zwei Schalenformen ist das Anprobieren am besten. Zögern Sie nicht, in unser Geschäft zu kommen: Wir nehmen uns Zeit, Ihnen mehrere Modelle anzuprobieren, um die ideale Passform zu finden.
Typen und Disziplinen
Der „beste“ Helm hängt stark von Ihrer Praxis ab. Hier sind die wichtigsten Orientierungspunkte, die wir unseren Kunden geben:
| Disziplin | Was wir bevorzugen |
|---|---|
| Dressur | Schlanke Linie, sorgfältige Verarbeitung, oft ein dezenter Schirm und ein eleganter Look. |
| Springreiten / CSO | Guter Halt, Leichtigkeit und Belüftung für intensive Anstrengungen. |
| Cross / Vielseitig | Robustheit und Schutz; einige Reiter tragen zusätzlich eine Cross-Kappe. |
| Outdoor, Ausdauer, Horse-Ball | Maximale Belüftung und langanhaltender Komfort; sehr belüftete Modelle. |
| Kind / Anfänger | Einfache Anpassung, Leichtigkeit und ein Helm, der mitwächst. |
Drei Komfortkriterien machen im Gebrauch oft den Unterschied: die Belüftung (unverzichtbar im Sommer und bei Anstrengung), das Gewicht (ein leichter Helm wird kaum wahrgenommen) und die Art des Visiers (Standardvisier für Vielseitigkeit, großes „Polo“-Visier für besseren Sonnenschutz). Die ästhetische Wahl – matt, glänzend, Textil, Farben – folgt danach: Bei gleicher Sicherheit und Komfort wählen Sie den Helm, den Sie gerne tragen.
Unsere Helme
Hier eine Auswahl an Helmen, die bei Sellerie Bucéphale erhältlich sind. Die italienische Marke KEP, sehr beliebt wegen ihres Stils und der Personalisierung, steht neben den belüfteten Modellen von ABUS Pikeur. Preise und Verfügbarkeiten finden Sie auf jeder Produktseite.
Auswahl nur als Richtwert: Modelle, Größen und Farben können variieren. Entdecken Sie alle unsere Helme im Geschäft und auf der Produktseite.
Pflege
Ein gut gepflegter Helm hält länger und ist angenehmer zu tragen:
- Reinigen Sie die Schale mit einem weichen, leicht feuchten Tuch; vermeiden Sie aggressive Reinigungsmittel und Lösungsmittel, die das Material schwächen können.
- Lüften und trocknen Sie den Helm an der Luft nach einer schweißtreibenden Einheit, fern von direkter Wärmequelle.
- Wenn vom Hersteller vorgesehen, nehmen Sie die herausnehmbaren Innenpolster heraus und waschen Sie sie, um die Frische zu erhalten.
- Bewahren Sie Ihren Helm in einer Helmtasche auf, geschützt vor Stößen, direkter Sonneneinstrahlung und Hitze (vermeiden Sie den hinteren Bereich des Autos im Sommer).
- Überprüfen Sie regelmäßig den Kinnriemen, das Gurtsystem, die Schnallen und die Schale; bei geringsten Zweifeln nach einem Sturz lassen Sie den Helm überprüfen oder ersetzen.
FAQ
Was ist der Unterschied zwischen einem „Bombe“ und einem Helm?
Keiner: „Bombe“ ist der traditionelle Reitbegriff für den Reiterhelm. Beide Wörter bezeichnen dieselbe Schutzausrüstung.
Wie erkenne ich, ob mein Helm die richtige Größe hat?
Gut angepasst sitzt der Helm fest auf dem Kopf, ohne zu verrutschen, wenn Sie den Kopf schütteln, noch bevor der Kinnriemen geschlossen wird, und verursacht keine schmerzhaften Druckstellen. Messen Sie Ihren Kopfumfang oberhalb der Augenbrauen und vergleichen Sie mit der Größentabelle der Marke; im Zweifelsfall ist das Anprobieren im Geschäft die beste Lösung.
Wie stelle ich den Kinnriemen meines Helms ein?
Der Kinnriemen muss so eingestellt sein, dass Sie ein bis zwei Finger zwischen Riemen und Kinn schieben können: nicht zu locker (der Helm würde verrutschen) und nicht zu eng. Ein gut eingestellter und geschlossener 3-Punkt-Gurt ist bei FFE-Wettkämpfen vorgeschrieben.
Soll man den Helm nach einem Sturz ersetzen?
Ja. Nach einem starken Schlag auf den Kopf muss der Helm ersetzt werden, auch wenn keine sichtbaren Risse vorhanden sind: Die absorbierenden Materialien schützen nur einmal.
Nach welcher Zeit sollte man den Helm wechseln?
Auch ohne Aufprall altern die Materialien. Hersteller empfehlen in der Regel, den Helm etwa 3 bis 5 Jahre nach Herstellungsdatum (oft innen im Helm eingraviert) zu ersetzen. Beachten Sie die Gebrauchsanweisung des Modells und fragen Sie uns im Zweifelsfall.
Welche Normen muss ein Reithelm erfüllen?
In Europa muss er die CE-Kennzeichnung gemäß der PSA-Verordnung (EU) 2016/425 tragen, basierend auf einer Prüfnorm: VG1 (VG1 01.040 2014-12) oder EN 1384:2023 (die alte EN 1384 wurde 2014 zurückgezogen). Es gibt auch anerkannte ausländische Standards: PAS 015 (Großbritannien), ASTM F1163 (USA) oder Snell E2016. Die genaue Zertifizierung steht auf dem innen eingenähten Etikett des Helms.
Ist MIPS (Anti-Rotation) unverzichtbar?
Das ist ein nützliches Extra: Diese Systeme sollen die Rotationskräfte bei schrägen Aufprallen reduzieren. Aber sie ersetzen keinen normgerechten, gut sitzenden und richtig eingestellten Helm, der die Grundlage des Schutzes bleibt.
Schützt ein teurerer Helm besser?
Nicht unbedingt. Solange ein Helm den Vorschriften entspricht und gut sitzt, schützt er. Der Preis beeinflusst vor allem den Komfort, die Belüftung, das Gewicht, die Technologien (Anti-Rotation, Verstellmöglichkeiten), die Verarbeitung und den Stil.
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