Pferdedecken: schnelltrocknend, wasserdicht oder Stalldecke – wie wählt man die richtige aus?
Bei Sellerie Bucéphale stellt sich die Frage der Deckenwahl bei jedem Saisonwechsel. Das ist normal: Zwischen der wasserdichten Decke, die im Herbst auf der Weide schützt, der Stall-Decke, die das Winterfell ersetzt, wenn das Pferd geschoren ist, und der Trocknungsdecke, die verhindert, dass ein nasses Pferd auskühlt, hat jedes Modell eine klare Aufgabe. Die falsche Kategorie zu wählen bedeutet, dass das Pferd friert, unter der Decke schwitzt oder bis auf die Haut nass wird. In diesem Leitfaden geben wir einfache Orientierungshilfen, um die richtige Wahl zu treffen, und stellen dann unsere verfügbaren Modelle nach Verwendungszweck vor.
Eine wasserdichte Außen-Decke oder eine gefütterte Stall-Decke lässt keine Feuchtigkeit entweichen. Wird sie auf ein vom Regen, Duschen oder Schwitzen nasses Pferd gelegt, hält sie das Wasser an der Haut fest: Das Pferd kühlt aus, wird krank und kann Hautprobleme entwickeln.
Der richtige Griff: Zuerst legt man eine Trocknungsdecke / Fleece auf und wartet auf die vollständige Trocknung. Eine warme oder wasserdichte Decke wird nur auf ein völlig trockenes Pferd gelegt.
Welche Art von Decke für welchen Bedarf?
Bevor man über Wärme oder Größe spricht, ist die erste Entscheidung die des Hauptgebrauchs. Ein und dasselbe Pferd kann im Laufe des Tages mehrere Decken benötigen.
- Die wasserdichte Außen-Decke (Turnout). Das ist die Decke für Pferde, die draußen leben oder auf die Weide gehen. Ihre Aufgabe: den Wind abzuhalten und zu verhindern, dass Regen durchdringt. Wichtig ist eine wasserdichte Membran (gemessen in Wassersäule, mm), wasserdichte / thermoverschweißte Nähte und ein widerstandsfähiges Material. Sie gibt es in einer dünnen Version (ohne Füllung) für die Zwischensaison oder gefüttert für den Winter.
- Die Box- / Stalldecke. Für den Innenbereich konzipiert, muss sie nicht wasserdicht sein: Sie setzt auf Komfort und Wärme. Die Wahl erfolgt nach Flächengewicht, abhängig von der Stalltemperatur und der Empfindlichkeit des Pferdes (Schur, Alter, Gewicht).
- Die Abschwitzdecke / Fleece. Unverzichtbar nach der Arbeit, einer Dusche oder bei feuchtem Wetter, hat sie die Aufgabe, Feuchtigkeit abzuleiten, damit das Pferd trocknet, ohne auszukühlen. Fleece dient auch als Zwischenschicht unter einer anderen Decke oder als Transport- und Präsentationsdecke.
- Der Rückenwärmer. Er schützt Rücken und Lenden während der Arbeit unter dem Reiter oder an der Longe bei kaltem oder regnerischem Wetter. Er ist in Fleece-Version (Wärme, Trocknung) oder wasserdicht (Arbeit im Regen) erhältlich.
Sollte man sein Pferd wirklich eindecken?
Nicht alle Pferde brauchen eine Decke. Ein robustes, ungeschorenes und gesundes Pferd, das draußen mit Unterstand lebt, reguliert sich selbst sehr gut: Sein Winterfell stellt sich auf, um warme Luft einzuschließen, und das Sebum seines Fells stößt einen Teil des Regens ab. Dauerhaftes Decken kann diese natürliche Thermoregulation sogar stören und zum Schwitzen bringen.
Man deckt vor allem in diesen Situationen:
- Geschorenes Pferd: Das Scheren entfernt den natürlichen Schutz des Fells. Ein geschorenes Pferd muss mit einem wetterangepassten Modell eingedeckt werden.
- Altes, abgemagertes oder rekonvaleszentes Pferd: es reguliert seine Temperatur schlechter.
- Regelmäßig arbeitendes Sportpferd (kurzes Fell, Schwitzen) oder auf der Weide lebend, ausgesetzt an längeren Regen- und Windperioden.
Das eigentliche Risiko ist nicht so sehr die trockene Kälte, sondern die Kombination aus Regen + Wind und vor allem das Überdecken: Ein Pferd, das unter einer zu warmen Decke schwitzt, kühlt beim schlechten Trocknen aus. Besser anpassen als „maximal“ zudecken.
Das Flächengewicht verstehen
Das Flächengewicht wird in g/m² angegeben (Gramm Füllmaterial pro Quadratmeter, z. B. 0, 100, 200 oder 300 g/m²): Es ist die Menge der isolierenden Füllung, nicht das Gewicht der Decke. Grundsätzlich gilt: Je höher die Zahl, desto wärmer hält die Decke.
Ein 300 g/m² Box (nur Füllung, geschützt) wärmt nicht wie ein 300 g/m² Turnout (zusätzlich mit wind- und wasserdichter Membran, die Wärmeverluste begrenzt). Vergleichen Sie das Flächengewicht nur zwischen Modellen derselben Familie, niemals zwischen einer Boxendecke und einer Außen- oder Weidedecke.
| Indikativer Flächengewicht | Außentemperatur (Anhaltspunkt) | Allgemeiner Gebrauch |
|---|---|---|
| 0 g/m² (ohne Füllung) | > 10–15 °C | Zwischensaison, Regen-/Windschutz ohne Wärmezufuhr |
| ~100 bis 150 g/m² | ≈ 5–10 °C | Kühle Temperaturen, wenig oder nicht geschorenes Pferd |
| ~200 bis 300 g/m² und mehr | < 5 °C | Starke Kälte, geschorenes oder kälteempfindliches Pferd |
Diese Temperaturbereiche sind nur Richtwerte: Das richtige Gewicht hängt immer vom Pferd (Schur, Alter, Zustand), seinem Lebensort, Wind und Feuchtigkeit ab. Im Zweifel sind mehrere modulare Schichten besser als eine sehr dicke Decke.
Ein einfacher Grundsatz: Ein Pferd, das zu warm hat, schwitzt unter der Decke und kann beim schlechten Trocknen erkälten. Daher überwacht man regelmäßig die Temperatur unter der Decke, am Widerrist und an der Schulter.
Wasserdichtigkeit und Widerstandsfähigkeit: nicht verwechseln
Zwei Zahlen tauchen bei Outdoordecken auf, und sie messen nicht dasselbe:
- Der Denier (z.B. 1680D) misst die Reiß- und Abriebfestigkeit des Außenstoffs (Zahnabdrücke, Dornen, Wälzen). Je höher der Denier-Wert, desto robuster der Stoff. Der Denier sagt nichts über die Wasserdichtigkeit aus.
- Die Wasserdichtigkeit wird durch die Wassersäule (in mm) der Membran gemessen und hängt auch von den thermoschweißten Nähten ab. Es ist das Zusammenspiel von Membran und Nähten, das das Pferd trocken hält, nicht der Denier-Wert.
Eine Decke kann also sehr widerstandsfähig sein (hoher Denier-Wert), ohne die wasserdichteste zu sein, und umgekehrt. Für ein Pferd, das draußen im Regen lebt, betrachtet man beides.
Die richtige Größe wählen
Eine Decke in der richtigen Größe schützt richtig, verrutscht nicht und behindert nicht die Bewegungen. Ist sie zu klein, verletzt sie Brust und Schultern; ist sie zu groß, dreht sie sich und reibt am Widerrist.
Die Methode: Man misst das Pferd vom Mittelpunkt der Brust bis zur Spitze der Kruppe, entlang der Schulter und der Flanke (den Rundungen des Körpers folgend) und nicht in gerader Linie. Eine Messung mit einem starren Lineal unterschätzt die tatsächliche Größe.
Französische Größen (cm) und Horseware-Größen (Fuß/Zoll)
Französische und kontinentale Marken (BR, Eskadron…) werden in Zentimetern gemessen. Die Horseware-Decken (Amigo- und Rambo-Serien) hingegen werden in Fuß und Zoll (6'0, 6'3, 6'6…) und nicht in cm angegeben. Hier sind die ungefähren Entsprechungen:
| Horseware-Größen (Fuß/Zoll) | Ungefähres Äquivalent (cm) |
|---|---|
| 5'3" | ≈ 125 cm |
| 5'6" | ≈ 135 cm |
| 5'9" | ≈ 145 cm |
| 6'0" | ≈ 155 cm |
| 6'3" | ≈ 165 cm |
| 6'6" | ≈ 175 cm |
| 6'9" | ≈ 185 cm |
| 7'0" | ≈ 195 cm |
Indikative Entsprechungen: Jede Marke hat ihre eigenen Tabellen, überprüfen Sie immer den Herstellerleitfaden vor der Bestellung.
Zur Unterstützung konsultieren Sie unsere speziellen Leitfäden:
Tragekomfort und Pflege
Decke richtig einstellen
- Brustlatz: Die Befestigungen müssen angepasst sein, ohne zu schnüren. Eine flache Hand sollte zwischen Brustlatz und Decke passen.
- Bauchgurte: straff genug, damit die Decke nicht verrutscht, aber ohne zu drücken.
- Beinschnallen: Diese werden zwischen den Hinterbeinen gekreuzt und so eingestellt, dass eine Handbreite dazwischen passt. Gekreuzt verhindern sie, dass die Decke verrutscht und das Pferd sich ein Bein darin verfängt.
- Wir überprüfen regelmäßig den Zustand des Bauchlatzes und der Beinschnallen (Abnutzung, Bruch).
Pflege und Neuimprägnierung
- Schonende Wäsche bei niedriger Temperatur mit speziellem Technikwäschemittel und ohne Weichspüler (Weichspüler verstopft die Poren der Membran und zerstört die Wasserdichtigkeit).
- Ist die Decke sauber und trocken, imprägnieren wir sie mit einem geeigneten Produkt, um die wasserabweisende Wirkung zu erneuern.
- Beim Reinigen kontrollieren wir die Nähte, die Befestigungen, den Bauchlatz und die Beinschnallen.
Unsere Decken
Wasserdichte Außendecken
Boxen- / Stall-Decken
Größenhinweis: Die Amigo-Decken (Horseware) werden in Fuß/Zoll bestellt (siehe Umrechnungstabelle oben).
Trockendecken & Fleece
Überdecke
Auswahl zum Zeitpunkt der Erstellung aktuell. Verfügbarkeiten, Größen und Farben können sich ändern: Klicken Sie auf jedes Modell für den aktuellen Lagerstatus in Echtzeit.
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Unsicher bezüglich Typ, Grammatur oder Größe?
Wir nehmen uns Zeit, um mit Ihnen über jedes Pferd einzeln zu sprechen.
FAQ
Kann man ein nasses oder verschwitztes Pferd abdecken?
Nein, niemals mit einer nicht atmungsaktiven Decke (wasserdichte Außen-Decke oder gefütterte Stall-Decke): Sie hält die Feuchtigkeit auf der Haut, das Pferd kühlt aus und kann sich erkälten. Zuerst wird eine Trocken- oder Fleece-Decke aufgelegt und vollständig getrocknet. Eine warme oder wasserdichte Decke wird erst auf ein völlig trockenes Pferd gelegt.
Was ist der Unterschied zwischen einer Stall-Decke und einer wasserdichten Außen-Decke?
Die Stall-Decke ist für den Innenbereich gedacht: Sie spendet Wärme, ist aber nicht wasserdicht. Die Außen-Decke ist für Regen und Wind auf der Weide konzipiert, dank Membran und thermoverschweißten Nähten. Eine Stall-Decke draußen im Regen würde Wasser aufsaugen und das Pferd auskühlen.
Wie wähle ich das richtige Flächengewicht?
Das Flächengewicht wird in g/m² (0, 150, 300 g/m²…) angegeben und entspricht der Isolationsfüllung: je höher, desto wärmer hält die Decke. Die Wahl richtet sich nach Wetter, Schur und Empfindlichkeit des Pferdes. Achtung: Das Flächengewicht ist zwischen Kategorien nicht vergleichbar (eine 300 g/m² Stall-Decke wärmt nicht wie eine 300 g/m² Außen-Decke). Im Zweifel sind mehrere modulare Schichten besser als eine sehr dicke Decke.
Ist 1680D wasserdicht?
Nein. Der Denier (z.B. 1680D) misst die Reiß- und Abriebfestigkeit des Gewebes, nicht die Wasserdichtigkeit. Die Wasserdichtigkeit hängt von der Wassersäule (in mm) der Membran und den thermoverschweißten Nähten ab. Ein hoher Denier-Wert zeigt ein robustes Gewebe, aber nicht unbedingt die beste Wasserdichtigkeit.
Muss man sein Pferd unbedingt eindecken?
Nein. Ein robustes, nicht geschorenes und gesundes Pferd reguliert sich selbst und braucht nicht immer eine Decke. Hauptsächlich werden geschorene Pferde (die ihren natürlichen Schutz verloren haben), ältere oder abgemagerte Pferde sowie bei länger anhaltendem Regen und Wind eingedeckt. Vorsicht vor Überdecken, das lässt das Pferd schwitzen und auskühlen.
Wie messe ich mein Pferd für die Größe?
Man misst vom Mittelpunkt der Brust bis zur Spitze der Kruppe, entlang der Schulter und Flanke (den Rundungen folgend, nicht gerade). Französische und kontinentale Marken messen in cm; Horseware-Decken (Amigo, Rambo) in Fuß/Zoll (6'0, 6'3…). Prüfen Sie vor der Bestellung unsere BR- oder Eskadron-Größentabelle.
Wie pflegt man eine wasserdichte Decke?
Schonende Wäsche bei niedriger Temperatur mit technischem Waschmittel und ohne Weichspüler (dies verstopft die Membran und zerstört die Wasserdichtigkeit). Nach dem Trocknen wird mit einem geeigneten Produkt die Imprägnierung erneuert und Nähte, Verschlüsse, Surfas und Oberschenkelriemen kontrolliert.
Ersetzt die Schweifdecke eine Decke?
Nein. Die Schweifdecke schützt den Rücken und die Nieren während der Arbeit unter dem Sattel oder an der Longe. Sie ist eine Ergänzung, kein Ersatz für die Stall- oder Außen-Decke.