Gerte, Stock oder Reitpeitsche: Wie wählt man richtig aus?
Bei Sellerie Bucéphale wird uns am Tresen oft dieselbe Frage gestellt: „Gerte, Stick oder Longierpeitsche – was brauche ich?“ Das sind drei sehr unterschiedliche Werkzeuge, jedes mit seinem eigenen Verwendungszweck. Die richtige Wahl bedeutet mehr Präzision bei den Hilfen, mehr Komfort bei der Nutzung und mehr Ruhe an Wettkampftagen. In diesem Leitfaden betrachten wir die Verwendungszwecke, die wirklich wichtigen Kriterien, die Pflege, eine Erinnerung an die Vorschriften und eine Auswahl unserer verfügbaren Modelle. Um direkt zum Angebot zu gelangen, besuchen Sie unsere Abteilung Gerten, Sticks und Longierpeitschen.
Hindernisgerte, Dressurstick, Longierpeitsche: die Verwendungszwecke
Beginnen wir damit, die häufigste Verwirrung aufzuklären, denn die Wörter „Gerte“ und „Stick“ werden oft synonym verwendet. Entscheidend sind die Verwendung und die Länge.
Die kurze Gerte (auch Hindernis- oder Springgerte genannt) ist ein kompaktes Werkzeug, das der Reiter während des gesamten Parcours in der Hand hält. Sie dient dazu, eine nicht beantwortete Schenkelhilfe zu bestätigen, ohne jemals die Handhilfen zu stören: Die Gerte bestätigt eine Hilfe, sie bestraft nicht und wird niemals aus Ärger eingesetzt. Man findet sie beim Springen, im Gelände und im Außenbereich. Ihr Gleichgewicht und der Komfort in der Hand sind entscheidend, da sie während der Anstrengung gehalten wird. Finden Sie sie in der Abteilung kurze Gerten.
Der Dressurstick (lange Gerte) ist deutlich länger. Sein Vorteil: Er berührt das Pferd hinter dem Bein des Reiters ohne die Zügel loszulassen oder die Position zu verändern. Er verfeinert die Reaktionsfähigkeit auf Hilfen und begleitet die Anlegetechnik. Er sollte leicht, gut ausbalanciert sein und am Ende eine effektive Klappe oder Quaste haben. Entdecken Sie ihn in der Abteilung Dressurgerte, darunter die berühmten Döbert-Sticks Döbert.
Die Gerte ist etwas ganz anderes: Sie ist das Werkzeug für die Arbeit am Boden. Eine lange Stange mit Quaste, sie dient zum Longieren, zur Freiheitsdressur oder für Langzügel. Sie verlängert den Arm des Führenden: Sie dient dazu, das Pferd aus der Distanz zu lenken und zu aktivieren, der Kontakt bleibt punktuell. Siehe Abteilung Arbeit am Boden.
| Werkzeug | Übliche Länge* | Hauptverwendung | Wann? |
|---|---|---|---|
| Kurze Gerte | ~65–75 cm | In der Hand beim Sprung / draußen | Springen, Geländereiten, Ausritt |
| Dressurstock | ~100–120 cm | Berühren ohne die Zügel loszulassen | Arbeit auf dem Platz, Dressur |
| Gerte | Sehr lang (Stab + Quaste) | Arbeit am Boden aus der Distanz | Longieren, Freiheitsdressur, Langzügel |
*Orientierungswerte, außer Wettkampf, zur Kaufhilfe. Es handelt sich nicht um maximale Wettkampflängen: Diese sind durch die Regeln Ihrer Disziplin festgelegt (siehe unten).
Die Kriterien, die den Unterschied machen
Über die Optik hinaus gibt es einige konkrete Punkte, die entscheiden, ob ein Modell zu Ihnen passt oder nicht.
- Die Länge. Eine Springgerte soll kurz sein, um in der Hand unauffällig zu bleiben. Ein Dressurstock wird eher lang gewählt, um die Hinterhand zu erreichen, ohne die Hand nach vorne zu bewegen. Eine Gerte wählt man entsprechend der Größe des Longierkreises und des Pferdes. Passen Sie die Länge immer Ihrer Körpergröße und der Ihres Pferdes an – und im Wettkampf den maximalen Vorgaben Ihrer Disziplin.
- Das Gleichgewicht. Das ist das am meisten unterschätzte Kriterium. Ein guter Stock oder eine gute Gerte „liegt“ natürlich in der Hand: Das Gewicht ist so verteilt, dass das Werkzeug kaum spürbar ist. Ein schlecht ausbalanciertes Modell ermüdet das Handgelenk und macht die Hilfen weniger präzise.
- Die Flexibilität des Stabs. Die meisten modernen Stöcke und Gerten sind aus Fiberglas. Ein flexibler Stab ermöglicht eine sanftere, „verzeihende“ Bewegung; ein steiferer Stab überträgt ein direkteres und klareres Signal. Dosieren Sie je nach Ihrer Hand und der Sensibilität des Pferdes.
- Der Griff. Leder, strukturiertes Leder, Gummi, Wildledertextil, PVC... jedes Material bietet einen anderen Griff. Ein Griff, der nicht rutscht, auch mit Handschuhen oder bei feuchtem Wetter, verändert den gesamten Nutzungskomfort. Je nach Vorliebe und Disziplin liegt die Wahl bei Ihnen.
- Der Karabiner (Schlaufe). An manchen Gerten und Stöcken vorhanden, sichert er den Halt und verhindert, dass das Werkzeug verloren geht. Das bleibt eine Frage des persönlichen Komforts.
- Das Ende: Klapper oder Quaste. Bei Stöcken erzeugt eine Klapper (dünn oder breit) ein leichtes anregendes Geräusch; eine Quaste bietet einen sanfteren Kontakt. Bei der Gerte ist die Quaste für die Arbeit aus der Distanz unerlässlich.
Pflege & Lebensdauer
Bei guter Pflege hält ein hochwertiger Stick oder eine Gerte viele Jahre. Einige einfache Tipps:
- Leder pflegen. Ist der Griff aus Leder, gelegentlich eine passende Lederpflege oder Fett auftragen, damit es nicht austrocknet und rissig wird.
- Spitze kontrollieren. Prüfen Sie regelmäßig den Zustand der Quaste oder Klatsche (Befestigung, Abnutzung, Ausfransen) und tauschen Sie das Teil aus, sobald es verschlissen ist.
- Nicht gekrümmt lagern. Den Stab gerade aufbewahren, hängend oder flach liegend: Wird er gebogen oder eingeklemmt, kann die Glasfaser dauerhaft verformt werden.
- Feuchtigkeit vermeiden. Nach einer Einheit im Regen abwischen und an der Luft trocknen lassen, fern von direkter Wärmequelle. Dauerhafte Feuchtigkeit schädigt Leder und Klebestellen.
Regelungen im Wettkampf: Vor dem Start prüfen
Jede Disziplin und jeder Verband regelt die Nutzung und manchmal auch die Länge von Gerten und Sticks im Wettkampf. Die Regeln ändern sich regelmäßig und unterscheiden sich von Prüfung zu Prüfung.
In der Dressur ist die Länge des Sticks geregelt. Der Dressstick darf bei Ponyprüfungen 100 cm und bei Pferdeprüfungen 120 cm (inklusive Quaste) nicht überschreiten. Verwechseln Sie diese maximal erlaubten Längen nicht mit den oben genannten üblichen Längen, die nur als Kauforientierung dienen.
| Dressurprüfung | Maximal erlaubte Länge des Sticks |
|---|---|
| Pony | 100 cm |
| Pferde | 120 cm |
Maximal erlaubte Längen im Dressurwettbewerb, inklusive Quaste. Für andere Disziplinen – Springen (CSO), Gelände und Vielseitigkeit – nennen wir bewusst keine Zahlen: Die Nutzungs- und Längenbedingungen hängen von den Regeln Ihrer Disziplin und Ihres Verbandes ab. Prüfen Sie diese für die laufende Saison und Ihre Prüfungs-Kategorie vor jedem Wettbewerb. Im Zweifelsfall sind Ihr Trainer oder die Wettkampfrichter die beste Informationsquelle. Auch wir helfen Ihnen gerne im Geschäft weiter.
Unsere verfügbaren Modelle
Hier finden Sie eine Auswahl an Gerten, Sticks und Gertezügeln, die derzeit online verfügbar sind. Preise und Verfügbarkeiten sind unverbindlich angegeben.
Dresssticks & Gerte
„Dressurgerte“ und „Dressstick“ bezeichnen denselben langen Helfer, der hinter dem Bein berührt, ohne die Zügel loszulassen. Der Unterschied liegt hauptsächlich in der Bezeichnung je nach Marke.
Möchten Sie alle Döbert-Stöcke vergleichen? Sehen Sie die Döbert-Kollektion.
Spring- & Eventing-Gerten
Die gesamte Auswahl in der Abteilung kurze Gerten.
Gerte
Mehr Longier- und Freiheitsarbeitsmaterial finden Sie in der Abteilung Bodenarbeit. Unvollständige Auswahl: Weitere Modelle und Farben sind im Geschäft und auf der Website erhältlich. Preise können sich ändern.
Unsicher, welches Modell für Ihr Paar geeignet ist?
Kommen Sie vorbei: Wir legen Ihnen die Modelle in die Hand, damit Sie Länge, Balance und Griff vergleichen können.
Termin vereinbaren Gerten & Stöcke ansehenFAQ
Was ist der Unterschied zwischen einer Gerte und einem Stock?
Die Springgerte ist kurz und wird während des Sprungs in der Hand gehalten. Der Dressurstock ist lang: Er ermöglicht es, das Pferd hinter dem Bein zu berühren, ohne die Zügel loszulassen oder die Position zu verändern. Die Wahl hängt also hauptsächlich von Ihrer Disziplin ab.
Wozu dient eine Gerte?
Die Gerte ist das Werkzeug für die Bodenarbeit: Longieren, Freiarbeit oder Arbeit an den langen Zügeln. Sie verlängert den Arm des Führenden, um das Pferd aus der Distanz zu lenken und zu aktivieren; der Kontakt bleibt punktuell.
Welche Länge sollte ein Dressurstock haben?
Lang genug, um das Hinterteil zu erreichen, ohne die Hand vorzuschieben oder Ihre Position zu verändern, und gleichzeitig an Ihre Morphologie und Ihr Pferd angepasst. Als Richtwert außerhalb von Wettbewerben findet man oft Stöcke zwischen 100 und 120 cm. Im Dressurwettbewerb ist die Länge geregelt: Der Stock darf im Pony-Wettbewerb 100 cm und im Pferde-Wettbewerb 120 cm (inklusive Zopf) nicht überschreiten. Für andere Disziplinen prüfen Sie immer die Wettkampfregeln.
Wie pflegt man seine Gerte oder seinen Stock?
Pflegen Sie den Ledergriff mit einer geeigneten Lotion, überprüfen Sie regelmäßig den Zopf oder die Klappe, lagern Sie den Stock gerade (niemals gebogen) und vermeiden Sie längere Feuchtigkeit. Diese Maßnahmen verlängern die Lebensdauer des Werkzeugs erheblich.
Klappe oder Zopf am Ende des Sticks?
Die Klappe (dünn oder breit) erzeugt ein leichtes, anregendes Geräusch; der Zopf bietet einen weicheren Kontakt. Es ist vor allem eine Frage der Vorliebe und der Empfindlichkeit des Pferdes.
Welcher Griff ist am bequemsten?
Das hängt von Ihrer Hand und den Nutzungsbedingungen ab. Leder und strukturiertes Leder bieten einen guten Halt, Gummi und Wildledertextil reduzieren das Abrutschen. Am besten probieren Sie sie in der Hand aus.