Passier-Lederwaren
Passier gerbt seine Leder für einen bestimmten Zweck: Das Leder, das unter dem Bein gleitet, ist nicht dasselbe wie das, auf dem der Reiter sitzt, und das Leder, das den Rücken des Pferdes berührt, ist wiederum ein anderes. Hier erfahren Sie, wie Sie ein Produktdatenblatt sicher lesen und Ihren Sattel zusammenstellen können, wenn Sie ihn maßanfertigen lassen.
Vier Leder, vier Einsatzbereiche
- Natural-Grip-Leder — das geschmeidigste Sattelblattleder des Hauses, gegerbt mit natürlichen Wachsen sowie pflanzlichen und tierischen Ölen. Es bietet hervorragenden Halt: Das Bein rutscht nicht ab. Es wird bei Sätteln mit PS-Sattelbaum verwendet und ist für Sättel mit Kunststoffsattelbaum weiterhin als Option erhältlich.
- Europäisches Kalbsleder — äußerst strapazierfähig und langlebig, seit mehr als zehn Jahren von Passier verwendet. Es ist das Leder aller Sättel mit Kunststoffsattelbaum.
- Selloil-Leder — bemerkenswert geschmeidig und besonders rutschfest. Es wird für den Sitz, die Kniespangen und die Polster verwendet: Es sorgt für das Gefühl, mühelos sicheren Halt zu haben.
- Super Soft Grip-Leder (SSG) — sicherer Halt, weiche Haptik, gepflegte Optik: Dieses Leder wird für die Unterleder des Sattels verwendet.
Drei Farben
- Schwarz — die klassische Sattelfarbe, die heute bei fast 80 % der produzierten Sättel gewählt wird. Die typische Farbe im Dressursport.
- Havanna — ein warmes, dunkles Braun, das besonders schmeichelhaft bei Füchsen wirkt. In Nordeuropa und Asien dominiert diese Farbe, vor allem bei Spring- und Vielseitigkeitssätteln.
- Teak — der Farbton des Teakholzes, nach dem er benannt ist, heller und leuchtender. In den USA besonders gefragt, häufig bei Spring- und Vielseitigkeitssätteln.
Passier garantiert höchste Farbbeständigkeit und Farbgleichmäßigkeit. Dennoch ist Leder ein lebendiges Material: Jede Haut nimmt die Farbe auf ihre eigene Weise an, und innerhalb desselben Farbtons sind leichte Nuancen möglich. Das ist das Kennzeichen eines natürlichen Leders und kein Mangel. Bei regelmäßiger Pflege bleibt die Farbe über Jahre stabil.
Den Sattel zusammenstellen: die fünf Bereiche
Bei den neueren Modellen lassen sich fünf Elemente separat auswählen. Hier sehen Sie die offizielle Passier-Einteilung am Beispiel des Modells Sirius:

- Die Nähte — stitching: der Faden, ton-in-ton oder deutlich kontrastierend.
- Die Keder — trim: die Einfassung, die die Konturen betont, aus Leder oder Lackleder.
- Das Sattelblattleder — flap leather: die große Fläche unter dem Bein, die am meisten sichtbar ist.
- Das Sitz-, Knie- und Polsterleder — seat, knee pad, panel leather.
- Das Leder der erhöhten Ziernaht — raised seam leather: der Keder, der den Sitz vorne und hinten einfasst.
Zwei Einschränkungen sind auf der Farbkarte angegeben: Einige Farbtöne sind nicht für den Sitz erhältlich (not on seat), andere nicht für den Balg der Polster (not on gusset). Wir prüfen dies gemeinsam mit Ihnen, bevor wir die Bestellung auslösen.
Die Farbkarte

Die Passier-Musterkarte, Bereich für Bereich. Die Nähte sind unter anderem in Schwarz, Grau, Creme, Weiß, Blau und Rot erhältlich. Die Keder gibt es aus Glattleder und als Lackleder — in Schwarz, Havanna, Blau, Rot, Cognac und Creme. Die Sattelblatt- und Sitzleder sind in den drei Farbtönen sowie mit glatter oder genarbter Oberfläche erhältlich.
Diese Farben entsprechen der Farbkarte des Herstellers: Die Verfügbarkeit jeder Kombination bestätigen wir zum Zeitpunkt des Angebots. Sie können sich die Muster auch bei uns in der Sattlerei ansehen.
Wie geht es weiter?
Die Bezeichnungen der hier genannten Teile werden auf unserer Seite Anatomie eines Sattels anhand eines Schemas ausführlich erklärt. Für die Bestellung selbst sind zunächst die Maße des Rückens Ihres Pferdes entscheidend: Unser Leitfaden zur Maßabnahme erklärt die Abnahme mit dem Drahtmaß, die benötigten Fotos und das auszufüllende Formular. Die Aufpreise für die Individualisierung finden Sie auf jedem Satteldatenblatt im Bereich „Anpassungsoptionen“.